PFAS gelten als die «Ewigkeitschemikalien» unserer Zeit: nützlich in unzähligen Produkten, aber praktisch nicht abbaubar – und zunehmend auch im Wasser nachweisbar. Wie stark ist das Schweizer Trinkwasser betroffen, welche Grenzwerte gelten künftig, und was können Sie zuhause konkret tun? Dieser Beitrag ordnet die Fakten sachlich ein.
Inhaltsverzeichnis
Was sind PFAS – und warum heissen sie «Ewigkeitschemikalien»?
PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylverbindungen – eine Gruppe von mehreren tausend industriell hergestellten Chemikalien. Sie sind gleichzeitig wasser-, fett- und schmutzabweisend und stecken deshalb in vielen Alltagsprodukten: von beschichteten Pfannen über wetterfeste Jacken und Lebensmittelverpackungen bis zu Feuerlöschschäumen. Genau die Eigenschaft, die sie so praktisch macht – ihre extreme chemische Stabilität – ist zugleich das Problem. PFAS bauen sich in der Umwelt kaum ab, reichern sich über Jahre an und lassen sich im Boden, im Grundwasser und schliesslich auch im menschlichen Körper nachweisen.
Wie belastet ist das Schweizer Trinkwasser wirklich?
Den grössten Teil nehmen wir über die Ernährung auf – PFAS gelangen aber auch ins Grund- und Trinkwasser. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) untersucht die Belastung im Rahmen der nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA. Erhöhte Werte finden sich vor allem dort, wo PFAS lokal in den Boden gelangt sind, etwa bei ehemaligen Feuerwehr-Übungsplätzen, in Industriezonen oder durch Klärschlamm in der Landwirtschaft.
Der grösste Teil der Schweizer Trinkwasserfassungen hält die heute gültigen Grenzwerte ein. Entscheidend ist aber: Mit den geplanten, deutlich strengeren Werten würden verschiedene Fassungen neu über der zulässigen Grenze liegen. Wie stark Ihr Wasser belastet ist, hängt stark von der Region und der konkreten Quelle ab – pauschale Entwarnung oder Panik sind beide fehl am Platz.
Die Grenzwerte – und warum sie strenger werden
Die Schweiz regelt heute drei Einzelstoffe über die Trinkwasserverordnung (TBDV). Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) überarbeitet diese Werte derzeit und gleicht sie an die strengere EU-Richtlinie (EU) 2020/2184 an. Statt einzelner Stoffe rücken dann Summenwerte in den Vordergrund:
|
Stoff / Summe |
Aktuell gültig (seit 2017) |
Geplant (ab ca. 2026/27) |
|
PFOS |
0,3 µg/l |
Teil der Summenwerte |
|
PFHxS |
0,3 µg/l |
Teil der Summenwerte |
|
PFOA |
0,5 µg/l |
Teil der Summenwerte |
|
Summe 4 (PFOA, PFNA, PFHxS, PFOS) |
– |
0,02 µg/l (20 ng/l) |
|
Summe 20 PFAS |
– |
0,1 µg/l (100 ng/l) |
Zur Einordnung: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 2020 eine tolerierbare wöchentliche Aufnahme (TWI) von 4,4 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht für die Summe der vier wichtigsten PFAS festgelegt. Der Trend der Regulierung geht klar in eine Richtung: hin zu tieferen, umfassenderen Grenzwerten.
Welche Gesundheitsrisiken werden diskutiert?
Die Forschung ist bei vielen PFAS noch nicht abgeschlossen, und für zahlreiche Verbindungen bestehen weiterhin Kenntnislücken. Als besonders gut belegt gilt ein Effekt auf das Immunsystem: PFAS können die erworbene Abwehr dämpfen. Betroffene bilden tendenziell weniger Antikörper – und zwar nicht nur nach Impfungen, an denen sich der Effekt am einfachsten messen lässt, sondern als allgemeine Abschwächung der Antikörper-Antwort, die auch die Auseinandersetzung mit natürlichen Infektionen betrifft. Tier- und Bevölkerungsstudien deuten in dieselbe Richtung: eine breitere, unspezifische Beeinträchtigung der Immunabwehr.
Zur Einordnung ist wichtig: Eine tiefere Antikörper-Antwort bedeutet eine messbar schwächere, nicht zwingend eine fehlende Abwehr. Sie gilt als besonders empfindlicher Frühindikator und ist einer der Gründe, warum die Grenzwerte verschärft werden.
Daneben werden weitere Effekte diskutiert: Auswirkungen auf die Leber und den Cholesterinspiegel sowie auf das Geburtsgewicht. Einzelne PFAS werden zudem mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten (etwa Nieren und Hoden) in Verbindung gebracht. Das ist kein Grund zur Panik – aber ein nachvollziehbarer Grund, die eigene Belastung möglichst tief zu halten.
Wie können Sie sich schützen?
Der erste Schritt ist Wissen: Lassen Sie Ihr Wasser bei Unsicherheit von einem akkreditierten Labor auf PFAS untersuchen, insbesondere bei privaten Quellen oder in bekannten Belastungsgebieten.
Am Wasserhahn gilt: Nicht jeder Filter entfernt PFAS zuverlässig. Einfache Tischkannen oder Aktivkohlefilter reduzieren PFAS nur teilweise und lassen in der Wirkung mit der Zeit nach. Deutlich zuverlässiger arbeitet die Umkehrosmose: Das Wasser wird durch eine feinporige Membran gepresst, die gelöste Schadstoffe – darunter PFAS, Nitrat, Schwermetalle und viele Pestizidrückstände – sehr wirksam zurückhält. Genau hier setzen die Umkehrosmose-Anlagen von SWS an: Sie bereiten Ihr Trinkwasser direkt am Entnahmeort auf und senken die Belastung durch PFAS und weitere Stoffe deutlich – ganz ohne Chemikalieneinsatz.
FAQ zu PFAS im Trinkwasser Schweiz
Ja. Am wirksamsten ist die Umkehrosmose, die einen sehr hohen Anteil der PFAS zurückhält. Aktivkohle wirkt nur teilweise und muss regelmässig getauscht werden.
Für PFAS ist das keine verlässliche Lösung. Solche Filter sind primär für Geschmack und Kalk gedacht und reduzieren PFAS nur begrenzt und schwankend.
Schweizer Trinkwasser wird streng kontrolliert und ist grundsätzlich von guter Qualität. PFAS sind aber ein wachsendes Thema, und die Belastung unterscheidet sich regional deutlich. Eine gezielte Analyse schafft Klarheit.
Ihr lokales Wasserversorgungsunternehmen veröffentlicht Analysewerte. Für eine genaue Aussage zu PFAS empfiehlt sich eine Untersuchung durch ein akkreditiertes Labor.
Fazit
PFAS verschwinden nicht von selbst – und die Grenzwerte werden strenger. Wer sein Trinkwasser aktiv schützen möchte, fährt mit einer Umkehrosmose-Anlage am zuverlässigsten. Möchten Sie wissen, wie belastet Ihr Wasser ist und welche Lösung zu Ihrem Haushalt passt? Die Fachleute von SWS beraten Sie gerne und finden gemeinsam mit Ihnen die passende Aufbereitung. Jetzt unverbindlich beraten lassen.

